Lesenswertes

Lesenswertes

Kinesiologie - Wie funktioniert der Muskeltest?

Esoterik - was bedeutet das wirklich?

Ernährung - Frühstücken wie ein Kaiser?

Ernährung - Sind gentechnisch veränderte Produkte Lebensmittel?

Buddhismus – Der achtfache Pfad

Betrachtungen - Der Daoismus im Kampf

Die Kunst des Kämpfens mit Waffen

Computergesellschaft - oder: die Kommunikation mit dem Nonsens

Die Atmung - das alles verbindende Element

Texte von Eugen Roth

Texte von Elli Michler

 

Kinesiologie - Wie funktioniert der Muskeltest?


Man drückt als Tester auf ein Körperteil (meistens Arm oder Bein; natürlich ohne gesundheitliche Beeinträchtigung) eines zu Testenden und fordert diesen auf, gegen den sanften Druck standzuhalten. Hierbei kann man feststellen, dass unter verschiedenen Einflüssen manche Muskeln nicht in der Lage sind, dem leichten Testdruck standzuhalten. Was ist passiert?

Die mit Gedanken (mentalen Phänomenen) und Emotionen verbundenen "Schwingungsmuster" werden beide in den feineren energetischen Feldern des Menschen erzeugt, dann aber in physiologische Muster umgewandelt: in Nervenimpulse, welche innerhalb der Emotionszentren des Gehirns feuern. Der neurale Output aus diesen emotionalen Zentren folgt dann einer Kaskade zu den Gamma-1-Motoneuronen, die schließlich entweder in einem "Standhalten" oder "Nachgeben" des getesteten Muskels resultiert. Im oberen Fall zeigt der Muskel das Streßverhalten des Körpers durch Nachgeben an.


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Esoterik - was bedeutet das wirklich?


Seit einigen Jahren hört man immer öfter das mysteriöse Wort "Esoterik". Es ist mittlerweile in unseren alltäglichen Sprachgebrauch integriert worden und es wird immer häufiger (fälschlicherweise) für alles nicht rational Erklärbare verwendet. Esoterik wird als Modeerscheinung abgetan. – Ein Symptom einer orientierungslosen Gesellschaft, die auf der Suche nach den Antworten auf die ewigen Fragen der Menschheit in die Sackgasse des Irrationalen gelangt zu sein scheint. Ein innerlicher Protest gegen die Zwangsbeglückung unserer High-Tech Gesellschaft, in der alles in rasender Geschwindigkeit abzulaufen hat.
Die meisten Menschen assoziieren Esoterik mit Spukphänomänen, "Tischerlrücken" und ähnlichem Hokuspokus. Aber ist es das wirklich? Was bedeutet Esoterik?

Wörtlich bedeutet der griechische Begriff mit dem Adjektiv „das innere, innerliche, verborgene, geheime Wissen“ und „zum inneren Kreis gehörig“ (esôteros – das Innere). Das Wort „Esoterik“ bezeichnet traditionell und nach seiner Etymologie demnach eine Geheimlehre, die nur Eingeweihten zugänglich gemacht wird; im Gegensatz dazu bezeichnet der Begriff der Exoterik eine offene und für jeden zugängliche Lehre. Im heutigen Sprachgebrauch wird die Bedeutung des Wortes aber meist übergangen, und das eigentlich Exoterische wird esoterisch genannt.
Esoteriker verstehen meist Esoterik als die auf das Innere bezogene Lehre, also auf seelische, spirituelle Ursachen. Exoterisch sind nach dieser Deutung Betrachtungsweisen, die sich auf die fünf Sinne des Menschen und den Verstand konzentrieren und spirituelle Zusammenhänge eher verneinen.
Damit trifft diese Beschreibung schon viel eher den Kern der Sache. Die Antwort auf die Fragen des Woher, Wohin, Wozu? Die meisten Menschen stellen sich diese Fragen erst, wenn sie in Krisensituationen geraten. Das ist der Grund, weshalb die erste Stufe auf dem Pfad der Esoterik auch meistens die Bewältigung der Krise ist. Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, die von Innen (z.B. durch Meditation) entsteht, aber durchaus von außen (Bücher, spirituelle Lehrer) inspiriert werden kann.
Der dritte und schwerste Schritt ist dann die Verwirklichung im täglichen Leben.
Durch verschiedene Techniken werden falsche und selbstschädigende Eigenschaften wie Haß, Zorn, Neid, Gier, Abhängigkeit etc. bewußt gemacht und es wird gezielt versucht, diese in ihre positiven Gegeneigenschaften zu transformieren. Die Methoden sind je nach Weg sehr unterschiedlich, das Ziel ist aber immer das gleiche. Das ist auch der Grund, weshalb ein wahrer Esoteriker nie behaupten wird, ein esoterischer Weg sei besser sei als der Andere. Verstehen für den individuellen Lernprozess eines jeden Menschen ist eines der grundlegenden Merkmale der Esoterik. Die Esoterik beschränkt sich nicht auf das Materielle, Sichtbare, sondern in ihrem Weltbild ist Platz für all die Phänomene, für die unsere moderne Wissenschaft noch keine Erklärungen gefunden hat.
Interessanterweise decken sich aber immer mehr der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Jahrtausende alten Weisheiten des esoterischen Weltbildes.
Auch ist die Esoterik aus den Kampfkünsten nicht wegzudenken. Alle höheren Niveaus haben ein gewisses Maß an Esoterik verwirklicht und arbeiten mit daraus resultierenden festen Grundprinzipien. Ob es dabei um das Verstehen von  „Qi“  oder anderen esoterischen Inhalten der Kampfkünste geht, immer handelt es sich um eine durch besondere Übungen erfahrene innere Haltung, dank der das „Außergewöhnliche“ in der Handlung abrufbar wird. Nachfolgend einige Beispiele: Die Morgensonne hochheben, Die eisernen Finger, Leicht wie eine Feder, Wie eine Katze in der Nacht, Die Sand-Hand, Das Wasser teilen.

Quellen: Wikipedia, Das Lexikon der Kampfkünste


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Ernährung


Frühstücken wie ein Kaiser?

Eine dieser Gewohnheiten und Pseudoweisheiten, die alles, was inzwischen großen Teilen der Bevölkerung über gute Ernährung bekannt ist, trotzdem hartnäckig wider besseren Wissens überdauert, ist der Spruch: Frühstücke wie ein Kaiser, iss mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es vielleicht nicht nötig ist, nur nach einem guten Frühstück das Haus zu verlassen, es vielleicht nicht zu Leistungsabfall führt, keine ausgiebige Mittagsmahlzeit zu sich zu nehmen und es vielleicht gar nicht schadet, am frühen Abend ausgiebig im Kreise der Familie zu speisen.

Das soll nicht heißen, dass folgender Vorschlag die einzig richtige Möglichkeit darstellt. Wichtig zu wissen ist, dass es so viele optimale Essgewohnheiten wie Menschen auf dieser Erde gibt. Und dass es verschiedene Zweige der Evolution gibt: Menschen, denen es besser bekommt, viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, andere, die weniger häufig mehr zu sich nehmen können und alle Möglichkeiten dazwischen. Darauf, dass verschiedene Nahrungsmittel auch verschieden gut für unterschiedliche Menschen sind, möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Es gibt nur eine Möglichkeit herauszubekommen, welche Essgewohnheiten für jeden einzelnen die bekömmlichsten und gesündesten sind: Ausprobieren und Meinungen von selbst ernannten Ernährungspäpsten, die das einzig wahre Ernährungssystem propagieren, als Vorschläge nehmen, die nun in ihrer Wirkung verglichen werden müssen. Das gilt genauso für Gewohnheiten, die sich über Generationen eingeschlichen haben, aber nie hinterfragt wurden: Frühstücke wie ein Kaiser ...
Mein heutiger Vorschlag lautet: Essen Sie mal morgens vorwiegend wasserhaltiges Obst wie Apfelsine, Melone, Pampelmuse, Pfirsich oder Kirschen. Trinken Sie vorher klares Wasser oder pressen Sie sich Obstsäfte. Mittags einen großen Salat oder gedünstetes Gemüse mit Brot oder Käse. Am Abend dann ein ausgiebiges, gemütliches Essen. Dies widerspricht spricht zwar komplett dem „Frühstücke wie ein Kaiser", aber immer mehr Menschen, die so essen, erleben über den Tag wesentlich mehr Leistungsfähigkeit, kennen kein Mittagsloch mehr und verlieren Pfunde. Dies liegt daran, dass man sich so an natürliche Rhythmen des Körpers hält: Morgens von 4 Uhr bis Mittags um 12 Uhr finden Entgiftungs- und Ausscheidungsvorgänge statt. Diese werden von Wasser und Obstsäften so gut wie nicht unterbrochen. Während dieser Zeit kann sich der Körper voll auf das Entfernen von nicht mehr benötigten Stoffen konzentrieren. Man kann sagen, dass man dadurch täglich einen kleinen Fasteneffekt erreicht. Von 12 Uhr bis 20 Uhr ist der Körper auf Nahrungszufuhr eingestellt, nach der Regel, von leicht verdaulicher zu immer schwerer verdaulicher Nahrung, je später man isst. Die in dieser Phase zugeführte Nahrung kann dann von 20 Uhr bis 4 Uhr verstoffwechselt werden.
Und lassen Sie sich auch nun keine besserwisserischen Weisheiten erzählen: Probieren Sie den Vorschlag einfach mal einige Wochen aus. Danach wissen Sie aus eigener Erfahrung genau, ob diese Art zu essen für sie persönlich Vorteile bringt. Das Wichtigste dabei: Leeren Sie Ihren Becher aus und halten Sie sich nicht fest an Aussagen wie: Morgens brauche ich was Ordentliches, sonst überstehe ich den Tag nicht.
Übrigens dauert es etwa vier Wochen, bis sich neue Gewohnheiten gefestigt haben.                                

Dr. med. Petra Bracht 


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Ernährung


Sind gentechnisch veränderte Produkte Lebensmittel?

Momentan ist das Thema der gentechnisch veränderten Nahrungsmittel wieder vermehrt im Gespräch. Die einen wollen die Kennzeichnungspflicht, die anderen sind dagegen. Die einen beteuern die Vorteile so veränderter Nahrung für den Verbraucher, die anderen warnen vehement vor dem Verzehr und halten ihn für hochgradig gesundheitsgefährdend. Einerseits gibt es Menschen, die solche Produkte schon länger zu sich nehmen und deren Gesundheit momentan unbeeinflusst scheint. Andererseits hört man von Tierversuchen, die alarmierend und mit dem Tod oder schweren Gesundheitsstörungen endeten.

In diesem Meinungsdschungel ist es schwierig, zu einer sicheren Einschätzung zu kommen. Ich möchte euch einige Gedankengänge aufzeigen, die vielleicht weiterhelfen. Das Thema „Gen-technisch veränderte Lebensmittel“ fügt sich eigentlich nahtlos in das Thema „Was ist gesunde Ernährung?“ ein.
Besonders schwierig dabei ist die Tatsache, dass wir Jahre oder Jahrzehnte lang Dinge zu uns nehmen können, bevor die gesundheitlichen Störungen so deutlich werden, dass Krankheiten entstehen. Ich sage immer: Wenn Menschen nach dem Genuss einer Zigarette zehn Minuten lang in Ohnmacht fallen würden, wer würde da rauchen? Der Nachweis, welche Ernährung, welche Lebensgewohnheiten zu Schädigungen führen, ist eigentlich gar nicht zu erbringen. Es ist immer die ganze Palette an möglichen Einflussgrößen zu berücksichtigen. Ein wichtiger Faktor bei diesen Überlegungen ist der Grad der genetischen Anpassung an eine bestimmte Nahrung. Haben sich Menschen über sehr lange Zeiträume hinweg von Dingen ernährt, so ist quasi der Beweis erbrachtbracht, dass diese Dinge zum Überleben beigetragen, oder es zumindest nicht merkbar gestört haben.
Wenn man also natürlich vorkommende Nahrung wie Früchte, Gemüse, Pilze und ähnliches, aber auch in geringeren Mengen Fleisch oder Fisch isst, bewegt man sich, was die Auswahl angeht, auf relativ sicherem Boden. Verändert man diese Dinge durch Kochen, gibt es schon Effekte, die nicht mehr sicher einschätzbar sind. Man weiß heute, dass bei diesen Vorgängen neue Moleküle entstehen, sogenannte Maillard-Moleküle. Nun kann man natürlich einwenden, die Menschheit würde schon Jahrtausende kochen. Allerdings kann keiner sicher sagen, ob das folgenlos blieb. Die Bibel und andere Überlieferungen berichten von Menschen, die sehr alt wurden. Wenn man vom Kochen zu viel einschneidenderen Einflüssen kommt, die bei industrieller Verarbeitung entstehen, wird dieser Aspekt immer gravierender. Margarine beispielsweise durchläuft mehr als zehn chemische und physikalische Verfahren bis zur Fertigstellung. Sie enthält beispielsweise sogenannte Transfettsäuren, die hochgradig gesundheitsschädlich sind und vermehrt für die Entstehung von Krebserkrankungen mitverantwortlich sind.
Gentechnik, so muss dazu nicht mehr viel gesagt werden. Jeder sollte selbst entscheiden können, ob er dieses Risiko für sich und die nächsten Generationen tragen möchte oder nicht. Die Freiheit, sich entscheiden zu können, haben wir aber nur, wenn die gentechnisch veränderten Nahrungsmittel als solche gekennzeichnet sind. Welchen Grund gibt es, dies zu verweigern, wenn doch die Befürworter dieser so veränderten Nahrung überzeugt von deren Nutzen sind?
                              

Dr. med. Petra Bracht

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Buddhismus – Der achtfache Pfad


...Oder: Nicht alle guten Dinge sind immer unbedingt drei!

Wenn ich Gesprächen lausche, so höre ich manche von den "fernöstlichen Weisheitslehren" sprechen und erzählen, von asiatischen Philosophien, von Daoismus und Buddhismus und danach bröckelt zumeist eine asiatische Spruchweisheit oder angeblich buddhistische Regel hinterher. Tatsächlich sind viele der fernöstlichen Künste geprägt von Daoismus und Zen-Buddhismus. Im Folgenden möchte ich diesen geistigen Hintergrund anhand des buddhistischen achtfachen Pfades etwas mehr beleuchten und die Inhalte dieser Prägung deutlicher machen..

Was besagt eigentlich die Lehre Buddhas?

Im Lotussutra werden die Grundessenzen klar und deutlich beschrieben:
Buddha erkannte und verkündete die "Vier edlen Wahrheiten", nämlich

1. Es gibt Leiden.
2. Es gibt einen Ursprung für das Leiden.
3. Es gibt eine Auflösung des Leidens.
4. Es gibt einen Weg, der aus dem Leiden herausführt.

Dieser Weg ist der sog. Edle achtfache Pfad. Im Grunde - wie alle wesentlichen Dinge - einfach gehalten bietet dieser Weg uns dennoch ein wunderbares "Gerüst für unser Sein", unabhängig von der individuellen Konfession, daß heißt man muß nicht Buddhist sein um dennoch von diesen Pfaden profitieren zu können.
Die acht Aspekte dieses Pfades sind:

1. die rechte Sicht
2. das rechte Denken
3. die rechte Sprache
4. das rechte Handeln
5. die rechte Lebensweise
6. die rechte Hingabe
7. die rechte Achtsamkeit
8. die rechte Versenkung

Diese einzelnen Aspekte des Pfades möchte ich im Folgenden genauer betrachten, auch wenn sich für den initiierten Buddhisten noch einmal tiefere Betrachtungsräume bieten, welche diesen Rahmen aber sprengen, da sie ein tieferes buddhistisches Verständnis erfordern. Hier möchte ich vielmehr versuchen, diesen Weg auch für den alltäglichen "Hausgebrauch" verständlich und nutzbar zu machen.

Die rechte Sicht
Wir sehen gerne nur, was wir sehen wollen und vermögen es oft wunderbar, viele der Dinge, die uns unangenehm, lästig oder mühselig sind, zu "übersehen". Damit ist unsere Sicht natürlich unvollständig. Die rechte Sicht bedeutet, weiter als bis zur eigenen Nasenspitze zu sehen, heißt, "Wer Augen hat zu sehen, der sehe!" und hier sicherlich vor allem im übertragenen Sinne. Die rechte Sicht meint eben nicht alleine eine Lichtreflexion auf der Netzhaut, sondern ein Erkennen dessen, was wir sehen.

Das rechte Denken
"Das Bedenklichste in unserer bedenklichen Zeit ist, daß wir noch nicht denken!" formulierte Martin Heidegger einst provokant. Betrachten wir das Denken des Alltags, schauen wir eine Weile dem bunten Treiben in unserem Kopf zu: Unzählige Monologe, Dialoge, Diskussionen, Reflexionen, Erörterungen, Wortspielereien, Satz- und Wort-akrobatiken bis hin zu "mentalem Stretching", als welches ich manche Gedankengänge von Zeitgenossen bezeichne. Es ist eine One-Man-Band inklusive Publikum ohne Start- und Stop - Knöpfe und auch ohne Lautstärkenregler. Und diese "Band" steuert und verwaltet unser tägliches Handeln mit, filtert, reguliert, stimuliert, beeinflußt unser Sein!
Mit Denken ist hier jedoch nicht allein die Funktion des Denkens alleine gemeint, es ist der Geist mit all seinen Funktionen, welche meist allerdings eher rudimentär genutzt werden.

Die rechte Sprache
Mit wohl kaum einem anderen Werkzeug ist mehr Unheil auf dieser Welt gesät worden als mit dem Mund. Dennoch ist dieses Körperteil eines der Unkontrolliertesten. So wird die Sprache über Kommunikation hinaus-gehend längst als Werkzeug und Waffe verwandt. Das Spektrum reicht von jenen, die "schneller reden als denken können", hin zu Gerüchte-küchen und ihren Köchen/Köchinnen, über Ränkeschmiederei, die Sprache der Politiker, hin zur Lüge.
Doch die Sprache beginnt in ihrer Bedeutsamkeit schon viel eher, z.B. beim Ja- oder Nein-Sagen, manchmal auch gerade dort, wo man schweigt. Denn auch Schweigen kann Sprache sein - manchmal auch die rechte.

Das rechte Handeln
Eigentlich wissen die meisten Menschen wie der Lauf der Dinge ist, was ihnen gut tut und was nicht, was sie tun sollten um ein zufriedenes selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch kaum jemand ist in der Lage oder bereit das zu tun, was zu tun ist.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Die Wahrheit läßt nicht die Wahl zwischen zweierlei!" Dennoch spielen wir nur allzu gerne das "Einerseits-Andererseits"-Spiel und verhindern damit, uns entscheiden zu müssen und die Verantwortung für unser Tun und Handeln zu übernehmen.
Was mag nun rechtes Handeln bedeuten? Eine Richtung für den Hausgebrauch: In Eigenverantwortung dies in die Tat umsetzen, was uns unser gesamtes Potential an Erkenntnis, Intuition, Inspiration und Kompetenz als notwendig und wichtig erscheinen läßt.

Die rechte Lebensweise
Wie gestalten wir unser Leben? Wenn Du Dein Leben als ein Haus mit Garten betrachten würdest, wie ist es gestaltet? Wie sehen die einzelnen Etagen aus? Und nach der Betrachtung wie es aussieht schau, was Du mit diesem Haus machst, wozu Du es nutzt/oder nicht nutzt. Die rechte Lebensweise bedeutet das Leben in seinen einzelnen Bereichen zu gestalten, vielleicht angefangen mit den primären Lebensbedürfnissen wie z.B. die Ernährung und Schlaf, bis hin zur Beziehungsgestaltung und nicht zuletzt zur Gestaltung des Augenblicks, des Hier und Jetzt. Zumeist sind wir in Gedanken mehr in der Vergangenheit (Erinnerungen) oder in der Zukunft (Visionen/Träume), wodurch die Gestaltung des Augenblicks mehr den Bedürfnissen der Vergangenheit oder unseren Wünschen angepaßt ist als dem tatsächlichen Hier und Jetzt.

Die rechte Hingabe
Alles Handeln bedarf der Hingabe - wie ein Segel Wind braucht. Zunehmend machen viele nur noch das mit Hingabe, wozu sie "Lust haben", alles andere wird "so lala" umgesetzt. Unsere Hingabe bestimmen wir gerne über unsere primären oberflächlichen Bedürfnisse, welche jedoch sehr abhängig von Launen, Stimmungen und "Wettereinflüssen" sind.
Weiterhin muß alles einen bestimmten Nutzen/Wert haben, im Sinne von "Ich investiere nur soviel Hingabe, wie ich an Gewinn erhalte!", also Hingabe im Sinne von Investition. Alle Handlungen, welche nun unterhalb der Kriteriengrenzen Lust und Gewinn fallen, bedeuten plötzlich Leiden - sie sind lästig, unbequem, anstrengend. Das Leben wird zur Tragödie. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
a) "Ich spüle Geschirr, weil ich es muß und das Zeugs hier aus dem Wegsoll bevor es anfängt von selbst zu laufen!"
b) "Ich spüle Geschirr, damit ich und andere später davon essen und trinken können!"   c) "Ich spüle Geschirr um Geschirr zu spülen!"
Letztere ist die "buddhistische Variante".
Rechte Hingabe ist, loszulassen von schön und lästig, süß und sauer und auch die kleinste alltägliche Handlung mit voller ungeteilter Hingabe zu erfüllen.
Hingabe läßt das Licht des Herzens scheinen - und so hinein in die kleinsten Nischen unseres Seins.

Die rechte Achtsamkeit
Wir tendieren dazu, selbst diese Dinge, die wir "so lala" erfüllen, auch noch halb zu machen, d.h. wir hören Radio, schälen dabei Kartoffeln, unterhalten uns und überlegen gleichzeitig, was abends im TV läuft. Nicht verwunderlich, daß jede Einzelaktion, die ja jeweils nur ein Fünftel unserer Aufmerksamkeit bekam, auch nur "so lala" vom Ergebnis her wird. Weil wir Angst haben, etwas zu verpassen, sind wir mit unserer Achtsamkeit immer nur "so in etwa" bei der einen Sache, schielen aber gleichzeitig auf drei andere. Es ist wie mit der Katze, die auf vier vor ihr sitzende Mäuse zuläuft. Sie läuft zuerst der einen hinterher, dann der nächsten, da diese auch wegläuft wiederum einer anderen und endet am Ende ausgelaugt und hungrig mit leerem Magen. Rechte Hingabe ist, EINE Sache GANZ zu tun.

Die rechte Versenkung
Oft nennt man diesen Pfad auch die rechte Meditation, doch betrifft es in der hier verwendeten Betrachtungsweise auch jene Menschen, die keinerlei Meditation praktizieren.
Versenkung - aber wohin? In einen Zustand? Aber welchen?
So ließe sich eine endlose Fragenkette weiterführen. Das Ziel der rechten Versenkung ist die eigene Mitte, zurück zum Wesenskern. Unsere Aufmerksamkeit, durch die Hast und Betriebsamkeit des Alltags gerne nach außen und fort von uns verlagert, wieder zurückholen, zurück zum Selbst-Sein. Wenn Du ganz mit Dir bist, bist Du auf direktem Wege zur rechten Versenkung und aus dieser Haltung heraus findet tiefe Zentrierung statt, die wiederum die Rückkehr zu WuChi ist, aus dem heraus alles stattfinden kann.

Quelle: www.wushan.net


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Betrachtungen


Der Daoismus im Kampf

Stünden sich zwei Kämpfer mit daoistischen Prinzipien gegenüber, könnte es eigentlich niemals zu einem Kampf kommen. Beide würden abwarten, was der andere macht. So würde ein Kampf entschieden, ohne dass je gekämpft wird – philosophisch betrachtet eine wünschenswerte Vorstellung. Wenn aber doch einer von beiden angreift: Wo genau fänden sich in einem Kampf mit WingTsun die daoistischen Prinzipien?

Stellen wir uns vor, Du als WT-Kämpfer triffst auf einen Gegner. Schon zu Beginn eines Kampfes hättest Du die besseren Chancen, wenn Du nach daoistischen Prinzipien handelst. Denn Du würdest eigentlich (wäre da nicht auch das Prinzip, ein Übel dann zu bekämpfen, wenn es noch klein ist) niemals angreifen.
Und während der andere noch damit beschäftigt wäre, seinen Angriff zu organisieren, müsstest Du selber nicht entscheiden, sondern „nur“ reagieren. Du bist frei von Erwartungen. Du lässt Dich auf alles ein, was von seiner Seite kommt. Weil Du nicht planst, kannst Du Dich nicht verschätzen. So handelst Du ohne Absicht – aber Du handelst! Dem Gegner wird es schwer fallen, Deine Handlungsweise vorauszuahnen.

Die Eigenschaften des Wassers kommen der Idee des Dao am nächsten: Deine Bewegungen als WT-Kämpfer „fließen“ beständig nach vorne. Durch Deine Passivität sorgt der Gegner dafür, dass sich bei Dir Arme und Beine verformen. So wie Dein Körper es im Chi-Sao gelernt hat. So erkennt er von selbst die Lücken in der Abwehr des Gegners. Deine Verteidigung ist wie ein Fluß, der ins Meer fließt. Kommt ihm ein Fels in die Quere, fließt er elegant daran vorbei. Allen Hindernissen zum Trotz erreicht das Wasser sein Ziel. So wie dieser Fels ist Dein Gegner. Ist er so stark, dass er sich nicht wegdrücken lässt, verformst Du Dich, wendest, und gehst Deinen Weg.

Du nimmst die Dinge, wie sie kommen. Du handelst nach Gefühl. Darin liegt Deine Kraft: Dein Körper reagiert auf Reflexe. Deine Energie verpulverst Du nicht sinnlos – soll der Gegner doch seine Kraft vergeuden! Je härter und steifer er angreift, umso willkommener ist es Dir. Du bist sparsam, ja geradezu faul, in Deinen Bewegungen. Du gehst den kürzesten Weg. So wie beim geraden Fauststoß oder beim geraden Tritt. Und doch bleibt es nicht dabei, die gegnerische Kraft nur weich aufzunehmen.
Deine eigene Kraft fügst Du hinzu. Und bist doch jeden Moment bereit, wieder nachzugeben.

Du rennst nicht gegen Mauern an, die ohnehin stärker sind als Du. Der Dumme prallt dagegen und holt sich Beulen. Der Klügere sucht einen Durchschlupf – oder geht einfach um die Mauer herum. Nur wenn er bei der ersten Berührung erkennt, dass es sich bei der scheinbar starken Mauer in Wirklichkeit um eine Papp – Attrappe handelt, wird er sie umstoßen.

Der gute Soldat
ist nicht kriegerisch.
Der gute Kämpfer
erzürnt nicht.
Wer es gut beherrscht,
Feinde zu schlagen,
der tritt ihnen nicht
entgegen.
Wer es gut beherrscht,
Menschen zu nutzen,
der stellt sich
niedriger als sie.
Das heißt: „Kraft des
Nicht – Streitens“.
Das heißt: „Menschen
nutzen“.
Das heißt: „Dem
Himmel entsprechen“.


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Die Kunst des Kämpfens mit Waffen


Das Kämpfen mit Waffen gehört wohl mit zu den Dingen, mit denen sich Menschen in ihrer Entwicklungsgeschichte am intensivsten befasst haben.
Der Weg des Kriegers, gleichsam Philosophie und Lebensschule: Dem eigentlichen Zweck entrückt, kann er sogar einer völlig friedlichen Selbstverwirklichung und Ich-Findung dienen. Wie ist das möglich?

Nun, kaum etwas erschüttert den gesamten Menschen stärker, als die direkte Auseinandersetzung mit Leben und Tod in einem Kampf, die unmittelbare Konfrontation mit den eigenen und fremden Existenz- und Überlebensängsten. Dadurch hat sich in vielen Kulturen ein tiefes Wissen über die Mechanismen menschlicher Auseinandersetzungen entwickelt. Neben der Anleitung für den Zweikampf wurden auch Anweisungen für mentales Training, mystische Ratschläge, sowie für Gymnastik und Ernährung erteilt.

Der Verlust der erzieherischen und charakterbildenden Werte der alten Schwertkunst wurde in der in Europa um 1700 anbrechenden neuen Zeit zunächst übersehen - es war aus der Mode gekommen. Auch wenn einzelne Personen diese Problematik erkannt haben, so ging doch der größte Teil dieses alten Vermächtnisses in Europa verloren.
Die alten Waffen sind, ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt, zu reinen Übungsgeräten avanciert und dienten ausschließlich dem Praktizieren uralten Wissens und ansonsten in Vergessenheit geratender körperlicher und mentaler Zusammenhänge, zum Wohle von Geist und Körper.

Die alten Waffen sind ethisch vertretbar geworden, weil man sie nicht mehr braucht oder weniger nett formuliert: weil man Bessere hat! Es ist sehr wichtig, dass man sich dies vor Augen führt, bevor man anfängt ein Schwert zu schwingen. Nur so begreift man die Bedeutung des ursprünglichen Tuns.

Es besteht ein großer Unterschied darin, quasi als Hobby mit einem Schwert herumzuspielen, oder es in Konfrontation mit der Konsequenz der möglichen Beendigung des eigenen Lebens zu tun. Der Unterschied in der geistigen Verfassung ist kaum zu beschreiben. Es sind zwei völlig verschiedene Dinge. Und erst wenn man beim Üben in seinen Empfindungen, Vorstellungen und Erfahrungen einigermaßen in die Nähe der realen Auseinandersetzung kommen kann, greifen mentale Aspekte des Trainings mit Waffen.

Dr. med. Petra Bracht 


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Betrachtungen


Computergesellschaft - oder: die Kommunikation mit dem Nonsens

Unsere Gesellschaft entwickelt mehr und mehr Konzepte, die die Zeit vertreiben bzw. sie totschlagen. Man kann dabei auch einiges lernen, aber letztlich bleibt es tatsächlich Nonsens.
Menschen kreieren gerade im Computer-Zeitalter unglaubliche Dinge – z.B. Internet. Es entstanden Dimensionen, die selbst von den Planern nicht absehbar waren. Es wurden über Nacht Millionen verdient: denn um mitzumachen, brauchen wir einen Computer, den Anschuß und wir nutzen die Telefonleitungen.

Haben wir das alles, verbringen wir die Zeit mit etwas, das uns von außen gegeben wurde, ohne dass wir danach fragten. Wir haben es ja nicht einmal gesucht! Uns wird etwas außen gezeigt, wir sind dem Gezeigten geneigt und schon geben wir den Neigungen nach, jenseits der Disziplin („Brauche ich das wirklich?“).
Wenn wir uns nun einen 24-stündigen Tag vorstellen und folgende Überlegung anstellen: 7 Std. Schlaf, 1 Std. Körperpflege, etc., 8 Std. Arbeit, 3 Std. Besorgungen, Wege und Haushalt, 1 Std. Kommunikation, 1 Std. Bewegung, Sport: = 21 Std.
Diese Tätigkeiten sind sehr knapp bemessen. Nun bleiben uns noch drei Stunden für kreative Arbeit zur Förderung des Lebens. Realistisch sind davon oftmals sowieso nur ein oder zwei Stunden. Nun frage ich uns, wo nehmen wir die Zeit her, stundenlang fernzusehen oder z.B. die völlig unnötigen Videospiele zu benutzen, etc.? Wir haben eigentlich gar keine Zeit und tun es doch! Wieviel Zeit bringen wir auf zur Förderung unseres Lebens neben der Funktion, die wir in diesem Leben haben? Ich glaube, die Bilanz sieht dafür sehr sehr schlecht aus.
Es ist oft so, dass Menschen sich vieles wünschen. Sie wünschen sich Familie und Kinder, ein Haus, Fernreisen, uvm. Haben sie das alles, sind sie unglaublich unzufrieden. Und dieser Zustand ist in unserer Gesellschaft üblich. Wir sind absolut unzufrieden, weil uns niemand gesagt hat, dass wir neben dem Streben im Äußeren gleichzeitig die innere Welt fördern müssen. Diese kommt generell immer zu kurz!
Es ist nicht immer die innere Welt, um die es geht, sondern es geht darum, sich überhaupt einmal Gedanken über das Leben zu machen. Wer sein Denken darauf beschränkt, wie er seine Kredite zurückzahlt, wie er sich noch effektvoller im Beruf profilieren und noch mehr Geld scheffeln kann, kann niemals im Leben wahre Zufriedenheit erreichen.

Wir müssen das Denken dahin erweitern, wie wir unser Leben fördernkönnen, um diese wahre Zufriedenheit, unabhängig von äußeren Dingen, zu erreichen. Was heißt denn „Gott in mir finden“? Was heißt komplementieren? Was ist Meditation? Wie füge ich die verschiedenen geistigen Tätigkeiten in die Funktion meines Lebens ein?

Das alles sind Fragen, über die sich nur wenige Menschen tatsächlich Gedanken machen. Letztlich sind sie aber die Substanz des Lebens.
Die gesamte Unterhaltungsindustrie kann nur existieren, weil die Menschen fühlen, dass sie etwas nicht besitzen. Sie fühlen ihre innere Leere und diese innere Leere muß betäubt werden! Bei der ausgezählten Stundenliste ist es nicht möglich, dieses Medium überhaupt zu bemühen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass Menschen mit wenig Lebensenergie im Äußeren immer sehr viel „brauchen“. Starke Menschen sind unabhängig. Wer sich wirklich einmal auf sich selbst besinnt, wird schnell bemerken, wie wenig er im Äußeren tatsächlich braucht. Dadurch, dass wir uns außen zuviel geschaffen haben und viel Nonsens in unser Leben Eingang fand, hält uns dieser sehr beschäftigt. Die große Frage „Was ist eigentlich der Sinn meines Lebens?“ wird zwar oft gestellt, aber mit der Antwort haben wir dann unsere liebe Müh.
Im Dao heißt es, dass das Leben und der Lebensweg als solcher ein Zurückkehren ist zu der Quelle, von der wir kamen. Diese können wir nur finden, wenn die innere Ruhe da ist, um die Kommunikation zu unserer Seele aufrecht zu erhalten. Wenn wir das nicht machen, wird unser sogenannter Lebensweg auch ein Nonsensweg, der genau an dem Lebensweg vorbeiführt und unser Leben hat somit wenig Lebensqualität.
Das übliche Leben zu vermeiden und sich ein Leben mit Inhalt zu schaffen ist nicht leicht. Wir müssen dies ja gegen die Meinung der Gesellschaft entwickeln. Denn die Meinung der Masse war noch nie im richtigen Maß zur Vernunft, wie Seneca schon sagte.

In den Dao-Schriften heißt es: Der Mensch folgt der Erde, die Erde folgt dem Himmel, der Himmel folgt dem Weg (Dao) und der Weg folgt der Natur. Für uns heißt dies, uns unserer Natur zu besinnen. Somit wird Natürliches in unserem Leben wieder natürlich und selbstverständlich, was uns davor bewahrt, ständig neue Kommunikation mit dem Nonsens zu haben und fördert die wahre Schönheit in unserem Leben. Wenn wir im Leben tun, was wir tun müssen, entsteht Freude. Greifen wir in unser Leben ein und wollen uns Freude machen, ist die Gefahr mit dem Nonsens zu kommunizieren schnell gegeben.

Kim da Silva

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Die Atmung  –  das alles verbindende Element


Die Atmung spielt in allen traditionellen Künsten Asiens eine bedeutende Rolle. Die große Wirksamkeit der Atmung entdeckten bereits die alten Chinesen und machten daraus einen großen Kult (Qi Gong). Man ging davon aus, dass alles Leben in der Natur auf irgendeine Weise atmet und das Leben überhaupt mit Atmung zusammenhängt. Gleichfalls entdeckte man, dass der Mensch, aus welchen Gründen auch immer, sich mit seinem Erwachsenwerden von der natürlichen Atmung entfernt und sich künstliche Atemmethoden angewöhnt, die seiner Gesundheit schaden.
Ein Baby atmet natürlich und ungezwungen. Sein Bauch hebt und senkt sich in einem leichten Rhythmus. Wenn der Mensch erwachsen wird, atmet er zu schnell, die Frequenzen sind zu hoch und der Atem ist flach. Deshalb wird die verbrauchte Luft aus dem unteren Teil der Lunge nie ganz ausgestoßen. Durch die Einatmung füllt er bestenfalls ein Drittel seines Lungenvolumens mit Luft. Aus diesem Grund kann er nur einen Bruchteil seiner wahren vitalen Kapazität nutzen. Der Vorgang des Sauerstoffaustausches ist unzureichend, das Blut wird nicht richtig vom Kohlendioxyd gereinigt, und die Versorgung des Gehirns und des Nervensystems mit Sauerstoff ist unzulänglich. Die Wirkungen zeigen sich sowohl im körperlichen als auch im emotionalen Bereich.
Wenn ein Mensch eine schwierige Verhandlung hat, wenn er eine Prüfung macht oder sonstige schwierige Leistungen vollbringen muss, sollte er sich auf seine Atmung konzentrieren. Wird er ein Opfer seiner Aufregung, hat er Angst oder ist er zu überaktiv, wird er seinen Wunschvorstellungen nachhängen und sie für Wirklichkeit halten. Er wird wahrscheinlich falsch entscheiden und falsch handeln. Konzentriert er sich jedoch auf seine Atmung, wird er mehr innere Kraft und Ausgeglichenheit entwickeln. Dies ist ein einfaches Prinzip, und es zu üben, ist sehr wirkungsvoll. Jeder Mensch kann sich darin üben, durch Atmung ausgeglichener, vitaler, wirkungsvoller und gesünder zu sein. Wir sollten uns daran erinnern, was wir als Babys wußten, und dies neu in uns entdecken. Dies ist die grundlegende Philosophie jeder Atemmethode.

Quelle: Das Lexikon der Kampfkünste


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Eugen Roth


Falsche Erziehung

Ein Mensch lernt in der Kinderzeit,
Des Lasters Straßen seien breit,
Jedoch der Tugend Pfade schmal
In diesem irdischen Jammertal.
Der Mensch, bei seinem Erdenwandern,
Geht einen Holzweg nach dem andern,
Weil er auf Straßen, breit gebaut,
Sich einfach nicht mehr gehen traut.

 

Erziehung

Ein Mensch erklärt, es sei im Leben
Das klügste, immer nachzugeben.
Ein andrer Mensch ihm widerspricht
Und meint, bescheiden: immer nicht!
Nur so von Fall zu Fall, beliebig-
Jedoch der Mensch bleibt unnachgiebig.

                    

Entbehrliche Neuigkeiten

Ein Mensch, der Zeitung liest, erfährt:
„Die Lage völlig ungeklärt.“
Weil dies seit Adam so gewesen,
Wozu denn da noch Zeitung lesen?


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Elli Michler


Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche Dir Zeit, dich zu freu´n und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir Zeit für dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Dir Übrigbleiben
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrau´n,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schau´n.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.

Ich wünsche Dir: Zeit zu haben zu Leben


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